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Grundpfeilern der Homöopathie

„Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt“
Ein Heilmittel kann nur dann wirken, wenn es bei einem gesunden Menschen Symptome hervorruft, die denen der Krankheit ähneln. Hierbei werden natürliche Heilmittel aus tierischen, pflanzlichen und mineralischen Substanzen verwendet.

„Hilf dem Körper, sich selbst zu helfen“
Gerät die Harmonie zwischen Körper, Geist und Seele aus dem Gleichgewicht, ist die Lebenskraft nicht voll und ganz wirksam. Durch die Gabe des Konstitutionsmittel wird die Lebenskraft so stimuliert, dass sich der Körper selbst heilen kann.

Als Urvater der klassischen Homöopathie gilt der deutsche Arzt Samuel Friedrich Hahnemann. Im 10. Jahrhundert v. Chr. beschrieben indische Weise das Gesetz, wie auch Hippokrates 400 v. Chr. Auch Paracelsus sprach davon. Doch Hahnemann war der erste, der die Grundregel testete und sie als den Grundstein eines medizinischen Systems manifestierte.


Lebenskraft

Gesundheit ist für den Homöopathen ein Zustand der Harmonie zwischen Körper, Geist und Seele. In diesem Zustand ist die Lebenskraft voll und ganz wirksam. Gerät dieser optimale Zustand ins Ungleichgewicht, erkranken wir. Dabei ist nicht entscheidend, auf welcher Ebene das passiert. Das, was jetzt folgt ist, dass die Lebenskraft eingeschränkt wird. Es kommt zu einer Disharmonie, die aus verschiedenen Faktoren besteht:
1. einen krankheitserregenden Einfluss
2. die Anfälligkeit des betreffenden Patienten
3. die Individualität des Patienten, der die Form modifiziert, welche die Krankheit bei ihm annimmt.

Symptome sind für Homöopathen die Sprache des Körpers, mit der er eine Disharmonie ausdrückt. Da jeder Körper individuell und einzigartig ist, sind auch die Reaktionen, bzw. Symptome unterschiedlich. Da erscheint es doch nur logisch, dass man nicht allen Patienten das gleiche Heilmittel verabreichen kann.

Hier ein Beispiel zur Verdeutlichung: Fünf Hunde haben Fellprobleme und Jucken. Sie sehen alle struppig aus, haben Schuppen und riechen nicht gut.
Der 1. Hund verträgt sein Futter nicht und entwickelt daraufhin diese Symptomatik.
Der 2. Hund hat ein Leberproblem. Er kann nicht genügend „entgiften“ und entwickelt diese Symptomatik.
Der 3. Hund reagiert auf ein Flohmittel und entwickelt diese Symptomatik.
Der 4. Hund ist allergisch auf den neuen Teppich und entwickelt diese Symptomatik.
Der 5. Hund hat ein Problem des Drüsensystems, insbesondere der Hirnanhangdrüse und entwickelt diese Symptomatik.

An diesem Punkt unterscheidet sich die Homöopathie von der Allopathie (Schulmedizin). Sie verlangt jetzt das Mittel der Wahl, das durch eine umfangreiche Anamnese und sorgfältiges Repertorisieren das Simile findet. Ziel der Gabe des Konstitutionsmittel ist es, die Lebenskraft zu stimulieren. Kein Mensch, sei er Arzt oder Heilpraktiker, vermag zu Heilen. Das was zur Heilung führt ist das Simile, weil es die Lebenskraft anregt, so dass sich der Körper selbst heilt.


Konstitutionsmittel

Zielsetzung ist es, den Patienten als Ganzes zu erfassen, denn nur dann können chronische Krankheiten durch das Konstitutionsmittel, also das Simile, grundlegend geheilt werden. Die Heilung erfolgt nicht auf wundersame Weise und ist sofort wie weggezaubert, nein, hier findet ein Prozess statt, der nach genau beschriebenen Regeln verläuft – das Hering´sche Richtungsgesetz. Heilung passiert immer:
1. von Innen nach Außen
2. von Oben nach Unten
3. in der umgekehrten Reihenfolge ihres Auftretens

Bei einer nicht homöopathischen Behandlung ist das nie der Fall, so dass man sicher sein kann, dass das Medikament die Krankheit unterdrückt.

Hier ein Beispiel dazu: Ein Fall von rheumatischem Fieber, bei dem die Symptome in den Gelenken verschwunden sind und das Herz in Mitleidenschaft gezogen ist. Bekommt der Patient jetzt sein Konstitutionsmittel, also das Simile, dann bessert sich das Herz und die Schmerzen in den Gelenken kehren erst einmal zurück – von innen nach außen. Nun verschwinden die Symptome als erstes im oberen Bereich z.B. von der Schulter zu den Knien – von oben nach unten. In umgekehrter Reihenfolge ihres Auftretens – also vom Herzen weg zu den Gliedmaßen, anstatt von den Gliedmaßen zum Herzen.


Hintergrund: Samuel Friedrich Hahnemann

Der deutsche Arzt Samuel Christian Friedrich Hahnemann entdeckte die Homöopathie Anfang des 18. Jahrhunderts. Hahnemann war ausgebildeter Schulmediziner, doch kurz nach seiner Praxiseröffnung verlor er seine Illusionen über die Medizin. Damals behandelte man Kranke mit Aderlass, Brechkuren, usw. Hahnemann protestierte lauthals gegen diese Methoden und wurde der Ketzerei beschuldigt. Er gab die praktizierende Medizin auf und verdiente seinen Lebensunterhalt mit Übersetzungen medizinischer Werke. Während er Lectureson the Materia Medica von William Cullen, einem schottische Professor der Medizin, übersetzte, stieß Hahnemann durch Zufall auf den Schlüssel zur Heilung von Kranken. In diesem Werk behauptete der Verfasser, dass Chinarinde Wechselfieber (Malaria) heile wegen der adstringierenden und bitteren Eigenschaften.

Für Hahnemann, der andere gleichermaßen bittere Substanzen kannte, klang die Erklärung nicht einleuchtend, also wagte er einen kühnen Selbstversuch: „Als Versuch nahm ich zweimal pro Tag vier Drachmen guten Chinins. Meine Füße, Fingerspitzen usw. wurden anfangs kalt; ich wurde träge und schläfrig; dann begann mein Herz zu klopfen, und mein Puls wurde hart und klein; unerträgliche Angst, Zittern, Erschöpfung in meinen ganzen Gliedern; dann Pulsieren im Kopf, Röte auf den Wangen, Durst, und kurzum traten all dies Symptome auf, die gewöhnlich charakteristisch für Wechselfieber sind, eins nach dem andern, dennoch ohne die eigentümlich fröstelnde Starrheit. Kurz gesagt zeigen sich selbst die Symptome, die regelmäßig auftreten und besonders charakteristisch sind – wie der geistige Stumpfsinn, die Starre in sämtlichen Gliedern, vor allem aber die taube unangenehme Empfindung, die ihren Sitz anscheinend in der Knochenhaut über jedem Knochen im Körper hat. Dieser Anfall dauerte jedes Mal zwei bis drei Stunden und kehrte wieder, wenn ich diese Dosis erneut nahm, ansonsten nicht; ich führte den Versuch nicht weiter fort und war bei guter Gesundheit. Hahnemann folgerte: Chinarinde heilt Malaria, aber nicht durch den bitteren Geschmack, sondern weil das Medikament bei Gesunden die Symptome von Malaria hervorruft.“